Fellwechsel – Hochleistungssport für Dein Pferd!

Da ist er also, der Herbst. Ratzfatz haben die heißen Tage ein Ende und wir wühlen im Kleiderschrank wieder nach den ersten wärmenden und vor allem vor Regen und Wind schützenden Kleidungsstücken.
Für uns Menschen ist das ja alles relativ easy. Werden die Tage sonniger, wärmer und länger, verlagern wir alle Kleidungsstücke, die uns im Winter wärmen in den hintersten Teil des Kleiderschranks. Im Winter dann genau andersherum.
Doch wie ist es mit unseren Pferden? Die bekommen einfach mal eben so ihr Winterfell, wenn die Tage wieder kälter und grauer werden und im Frühjahr, wenn es wärmer wird, schmeißen sie es einfach wieder ab? DENKSTE!!

Ab Mitte/Ende Juli, wenn wir schwitzend über die Hitze stöhnen, wächst bei einigen unserer Pferde bereits ein dickes Teddyfell – und nicht erst jetzt im Herbst, wie viele von euch vielleicht denken.
Doch woran liegt das?

Tageslicht als Auslöser

Auslöser für den Fellwechsel ist nicht nur die Temperatur, diese spielt bloß eine untergeordnete Rolle. Auslöser ist das Tageslicht.
Jedes Jahr am 21. Dezember ist Winteranfang und damit der kürzeste Tag des Jahres. Sommeranfang haben wir am 21. Juni, der längste Tag des Jahres. Somit werden ab Mitte/Ende Januar die Tage länger, ab Mitte/Ende Juli werden sie kürzer.
Diese jahreszeitliche Veränderung wird von der Zirbeldrüse des Pferdes registriert. Die Zirbeldrüse ist eine Hormondrüse, die am Gehirn des Pferdes angegliedert ist. Sie produziert das Hormon Melatonin, das unter anderem für den Biorhythmus zuständig ist und beispielsweise den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Fortpflanzung und auch den Fellwechsel steuert. Sobald die Tage länger werden, gibt die Zirbeldrüse dem Körper die Info, dass das Ende des Winters naht und das Fell unserer Pferde abgeworfen werden kann. Werden die Tage kürzer, erhält der Körper die Info, Winterfell zu produzieren.

Neben dem Licht beeinflusst auch die Temperatur den Fellwechsel. Würde es im Frühjahr beispielsweise zu einem Kälteeinbruch kommen, so kommt der Fellwechsel der Pferde zum Stocken. Zusätzlich bestimmt die Temperatur die Länge und Dichte des Fells. So haben Offenstallpferde in der Regel ein sehr viel längeres und dichteres Fell als Pferde, die den ganzen Tag in einer mit Stroh oder Späne gefüllten Box stehen.

Hochleistungssport fürs Pferd

Die Zeit, in der unsere Pferde überhaupt nicht Haaren, ist ein sehr kurzer Zeitraum, der meist in den Sommermonaten stattfindet. Hier dauert der Fellwechsel nicht so lang wie im Winter, sondern geht recht zügig vonstatten.
Du siehst: Der Fellwechsel ist für dein Pferd und vor allem für seinen Stoffwechsel ein echter Kraftakt. Nicht nur, dass der Körper unserer Pferde im Spätsommer/Herbst sehr viel Fell produzieren und im Frühjahr abwerfen muss, nein, er muss sich auch den schwankenden Temperaturen anpassen. Wenn die Temperaturen im September und Oktober tagsüber für uns Menschen noch T-Shirt-Niveau haben, schwitzen die Pferde sehr stark und die Thermoregulierung hat jede Menge zu tun. Der Temperaturwechsel setzt Kreislauf und Immunsystem ordentlich unter Druck und ist eine kräftezehrende Hochleistungsarbeit für unsere vierbeinigen Freunde. Kein Wunder, dass viele Pferde während des Fellwechsels schlapp und matt sind. Zu dieser Zeit sollte jeder achtsame Pferdebesitzer auch darauf verzichten, sein Pferd zu scheren, es zu impfen oder zu entwurmen.

Dies alles würde den eh schon so angetriebenen Organismus unserer Pferde noch weiter belasten!


Jedoch können wir unsere Pferde beim Fellwechsel unterstützen. Wenn wir z.b. wissen, dass unsere Pferde im Fellwechsel Gewicht verlieren, muss die Futterration entsprechend erhöht werden.

Zusatzfutter als Kraftspender

Außerdem können wir sie mit Zusatzfutter unterstützen. Dein Pferd muss sehr viele Eiweiße bilden, um neues Fell entstehen zu lassen. Dafür sind neben jeder Menge Energie auch diverse Spurenelemente notwendig. Deswegen haben Pferde während des Fellwechsels einen erhöhten Bedarf an Vitaminen, Spurenelementen und Fettsäuren. Vor allem Zink braucht der Pferdekörper jetzt vermehrt. Zink ist an der Bildung von Keratin beteiligt, dem Hauptbestandteil der Haare. Zudem fördert es die Zellteilung sowie das Wachstum von Haaren und Haarwurzeln. Neben Zink braucht Dein Pferd außerdem Kupfer, Mangan, Schwefel, Selen und Biotin für das Zellwachstum und die Neubildung der Haare. Ebenso Magnesium und Vitamin E für die Haut.
Ganz wichtig ist aber, dass du IMMER auf den tatsächlichen Bedarf deines Pferdes schaust, denn viel hilft nicht immer viel.
Wenn Du merkst, dass Deinem Pferd mit erhöhten Futterrationen nicht geholfen ist und das Fell stumpf und Dein Pferd müde wirkt, ziehe den Tierarzt Deines Vertrauens zu Rate und lass evtl. mal ein Blutbild machen. Mängel lassen sich immer sehr gut durch ein Blutbild diagnostizieren.

Der wahre Alleskönner!

Darüber hinaus kannst Du Deinem Pferd auch helfen, wenn Du mithilfst, sich von lästigem und überschüssigem Fell zu entledigen. Ein wahrlich grandioser Helfer ist da der Gentle Groomer Sensitive . Ein wahrlicher Alleskönner!!

Wie ihr also unschwer erkennen könnt, haben unsere Pferde alle Hufe voll zu tun. Selbst, wenn es sich „nur“ um einen Fellwechsel handelt. Aber vielleicht konnte ich euch mit meinen Zeilen ein paar Hilfestellungen geben, mit denen ihr euren Pferden den „Klamottenwechsel“ erleichtern könnt.

In diesem Sinne,
liebe Grüße, Sandra

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.